Kompletter Text von Nachtrag

Nachtrag

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All die Geräusche der Nacht, das Rascheln im Unterholz und dein Atem dicht an meinem Ohr.
Unsere vorsichtigen Schritte, peitschende Äste und die Brennesseln auf der Lichtung, bei der du zitternd auf mich wartest.
Deine Augen, die sich nicht an die Dunkelheit gewöhnen wollen und deine ausgestreckte Hand, als du mich näher kommen hörst. Drei Minuten vielleicht, höchstens, wie lange können drei Minuten sein, wenn man wartet?
Das Wissen um deine Angst lässt mich nach einem Pfad suchen, und als ich glaube den richtigen gefunden zu haben, kehre ich um, kündige mich mit einem Rufen an und hoffe, dass es dich beruhigt.

Nehme deine Hand, sie ist feucht, führe dich hinter mir her, erkläre dabei jeden Schritt, Vorsicht, hier liegt ein Ast am Boden, gleich kommt ein Stein.
Dein Vertrauen, ich spüre dein Vertrauen in meinen Fingern, es macht mich stolz, ich sage Stop und drehe mich zu dir um, küsse dich sanft, ein zärtliches Danke, wortlos.
Wir erreichen den Weg, gehen jetzt nebeneinander, eng, sehr eng gehen wir. Zu eng schon, weil wir bei jedem Schritt darauf achten müssen, dass wir uns nicht auf die Füße treten.
Wir bemerken es gleichzeitig, ich höre dein "Chn" und grinse dabei, erreichen endlich eine Bank, unsere Bank.

Die Glühwürmchen sind heute in Ferien.
...

Aus dem Zyklus "Rosen zum Frühstück"


Text: emeier am 17.08.2006 11:22:36 - Bisher 1603 x aufgerufen. - Thema: Rosen zum Frühstück | Diesen Beitrag drucken |