Kompletter Text von Rouge à levres
Rouge à levres
Treppen steigen und unsere Schatten an die verfallenen Fassaden kleben. Weiter, immer weiter, versuchen Schritt zu halten mit ihr, die mehr schwebt als sie geht.
Kleine Plätze wie Innenhöfe durchschreiten, lederhäutige und rundliche Männer sitzen beim Pastis und gestikulieren. Sie halten inne, Gespräche verstummen und ich recke meinen Kopf noch etwas höher, gehe einen Tick gerader noch als sonst.
Meine Hand ruht am Ende ihres Rückens, zaghaft wie es nur frisch Verliebte tun, als könnten die imaginären Flügel unter dem Druck knicken.
Aus Sekunden Stunden und Tage machen, wenn wir kurz stehen bleiben, sie mich ansieht, mit diesen Augen in denen sich die Wellen brechen. Weiter gehen, die Hüften reiben aneinander, das Gesicht verzogen zu diesem dämlichen Grinsen wie nach einer endlos sinnlichen Nacht. Noch einmal eine Zungenspitze Salz aus ihrer Halsbeuge stehlen, wieder die Augen öffnen und spüren wie das Gesicht versteinert gleich der Wand, auf die ich zu starren beginne.
Mon Amour – wie gereckte Lippen die ersten Buchstaben und immer heller werdend, weil dein Lippenstift dieser Tortur auf dem rauen Putz nicht lange standgehalten hatte. Die Wand, diese vermaledeite Wand hinter die wir beide geflüchtet sind und uns geliebt haben, wieder und wieder, getrieben von unserer Angst vor einem endgültigen Morgen.
Kleine Plätze wie Innenhöfe durchschreiten, lederhäutige und rundliche Männer sitzen beim Pastis und gestikulieren. Sie halten inne, Gespräche verstummen und ich recke meinen Kopf noch etwas höher, gehe einen Tick gerader noch als sonst.
Meine Hand ruht am Ende ihres Rückens, zaghaft wie es nur frisch Verliebte tun, als könnten die imaginären Flügel unter dem Druck knicken.
Aus Sekunden Stunden und Tage machen, wenn wir kurz stehen bleiben, sie mich ansieht, mit diesen Augen in denen sich die Wellen brechen. Weiter gehen, die Hüften reiben aneinander, das Gesicht verzogen zu diesem dämlichen Grinsen wie nach einer endlos sinnlichen Nacht. Noch einmal eine Zungenspitze Salz aus ihrer Halsbeuge stehlen, wieder die Augen öffnen und spüren wie das Gesicht versteinert gleich der Wand, auf die ich zu starren beginne.
Mon Amour – wie gereckte Lippen die ersten Buchstaben und immer heller werdend, weil dein Lippenstift dieser Tortur auf dem rauen Putz nicht lange standgehalten hatte. Die Wand, diese vermaledeite Wand hinter die wir beide geflüchtet sind und uns geliebt haben, wieder und wieder, getrieben von unserer Angst vor einem endgültigen Morgen.
Aus dem Ballettzyklus "Fuir le bonheur" - Beginn 2ter Akt
Text: emeier am 13.06.2006 09:55:52 -
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